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Odysee

Letzten Donnerstag hatten wir ja wieder einen wunderbaren Feiertag, der uns einen noch wunderbareren Brückentag und somit ein langes Wochenende beschert hat. Außerdem hatte Papa am Donnerstag Geburstag und große Party geplant, also nix wie in die Heimat!

Da wohl viele diese Idee hatten, haben wir uns überlegt erst Abends zu fahren, mein lieber Bruder holte uns ab und so konnten wir gegen halb 10 endlich starten. Bis Nürnberg lief alles super, dann muss man aber über 3 Kreuze drüber und das ist anscheinend sogar 23 Uhr nachts ein Problem, lief aber doch recht zügig über die Bühne. Nürnberg ist immer die gefühlte Hälfte der Strecke, obwohl dann noch 300 km kommen.

Bis zum Dreieck Bayrisches Vogtland lief es dann wieder spitze, dann standen wir um Mitternacht im Stau an einer Baustelle, einer 1-spurigen Baustelle! Unglaublich, vor allem, was da noch an Leuten unterwegs war, versteh ich gar nicht! Eine halbe Stunde hat uns diese Baustelle gekostet, was natürlich die Anstrengungen schnell nach Hause zu kommen noch verstärkte. Sprich der Fahrstil wurde etwas rauher und sämtliche freigegebenen Streckenabschnitte wurden ausgereizt. ;)

Leider ging das nur bis zur Chemnitzer Gegend richtig gut, plötzlich wieder Stau und im Radio die Durchsage, dass ein Schwerlasttransport unterwegs ist, der nicht überholt werden kann. Der Plan war kurz vor Chemnitz runterzufahren, die Ausfahrt in Sicht und *hust* verbotenerweise auf dem Standstreifen Richtung “Freiheit” gedüst. Blöd war das dann vorne in der Ausfahrt direkt die Polizei mit ihrem Schwerlasttransport stand um den bereits vorhandenen Stau mal ein bisschen aufzulösen. Also wieder eingeordnet und weitergefahren.

Inzwischen meinte dann aber das Auto, dass es nicht mehr so richtig Gas annehmen wollte. 2 km hinter der Ausfahrt war es dann so, dass gar nix mehr ging und wir wohl oder übel auf dem Standstreifen ausrollen mussten. Warnblinker, Warnweste, Warndreieck und direkt aus dem Auto raus, so weit wie möglich von der Bahn runter. Nachts 2 Uhr, ohne Leitplanke, immer noch mit sauviel Verkehr und einem liegengebliebenen Wagen ist es da wirklich kein Ort für ein Picknick. Zugegeben ich hatte echt Angst.

Gut, dass mein Bruder viele Leute kennt, die einem in so einer Situation helfen können. Dumm aber, dass keine dran dachte, dass die aber alle den nächsten Tag arbeiten mussten und zu dieser Zeit im Bett lagen. Unsere Eltern konnten uns auch nicht holen, die hatten schon auf Papas Geburtstag angestoßen.

Blieb also nur die Ferndiagnose per Telefon, mehr oder minder erfolgreich, denn die Frage ob denn die Benzinpumpe beim Anlassen zu hören sei, war nicht zu beantworten bei dem Verkehr, der an uns vorbei rauschte. Blöd, dass in solchen Situationen natürlich auch die Taschenlampe den Geist aufgibt, notgedrungen wurde also auf den Handy-Blitz zurückgegriffen. Wir haben am Relais gebastelt und hier und da geschaut und durch Zufall wurde der Übeltäter entdeckt. Das Zündkabel bzw. dessen Kontakt war von der Verteilerkappe gebrochen, kein Wunder, dass Gas geben nicht mehr ging. Zündkabel wieder aufgesteckt, Warndreieck eingeholt und dann nix wie los … zum nächsten Rastplatz. Durch die Motorvibration rutschte das Kabel wieder runter. Aber an der Tankstelle mit mehr Licht konnten wir dann zur fachmännischen Reparatur schreiten, Kabelbinder drum, fest zurren und weiter gehts! ;)

Da waren wir dann um 2:45 Uhr und konnten endlich mit Papa anstoßen! ^^

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