Ich bin ein bisschen ins Hintertreffen geraten, was Projekt 52 angeht.
Das soll mich aber nicht davon abhalten, wieder aufzuholen, naja oder zumindest weiter dran zu bleiben!
Ich konnte mich recht lange nicht entscheiden. Eine spirituelle Verbindung zu solch einem Gebäude habe ich nicht. Höchstens architektonisches Interesse.
Und vielleicht ein bisschen Heimatstolz. Aber sollte ich euch so lange warten lassen, bis ich nach Dresden fahre und die Frauenkirche fotografieren kann?
Oder hätte ich die Kirche hier in der Straße nehmen sollen, die Uff-Kirchhof? Den einzigen Bezug dazu habe ich, dass ich jeden Tag dran vorbei gehe …
Entschieden habe ich mich für die Johanneskirche am Feuersee in Stuttgart. Von 1864 bis 1876 im neugotischen Stil erbaut, liegt sie auf einer Halbinsel im Feuerlöschteich. Nach dem Krieg wurde die bis auf den Turm wieder aufgebaut und steht heute als “Denkmal gegen den Krieg”. Genau wie die Lukaskirche in Dresden, deren markante Turmhaube ebenfalls zerstört und bis heute nicht wieder rekonstrukiert wurde.
Ausgewählt habe ich gerade die Kirche im Feuersee, weil wir einmal Nachts auf dem Fußweg vom einen Pub in den nächsten, eine der ersten Erkundungstouren der Stadt, dort vorbeigegangen sind und die Kirche ganz wunderbar beleuchtet war, was in Verbindung mit dem Wasser richtig toll aussah.
Lange habe ich hin und her überlegt, was ich denn zum Thema “Leblos” mit der Kamera festhalten könnte. Aber verwelkte Blumen, tote Insekten auf der Fensterbank oder zugefrorene Seen, das war alles nicht wirklich das Richtige.
Zum Glück schlummert auf meiner externen Festplatte ein kleiner Schatz, nämlich sämtliche Bilder, die ich jemals geschossen habe.
Die drei obigen Bilder stammen alle aus Schottland und wurden im Sommer 2006 auf dem Glasgow Necropolis aufgenommen, der ein riesiger viktorianischer Friedhof mit einem wunderbaren Ausblick auf die Stadt ist. Er liegt auf einem Hügel hinter der St. Mungo’s Kathedral und ist über eine Brücke zu erreichen, die man “Bridge of Sighs” nennt.
Hier stehen dicht an dicht um die 3500 repräsentative Grabmonumente verdienter Glasgower Bürger aus der Gründerzeit der Stadt: Mausoleen, Obelisken, urnengeschmückte Säulen.
Wie die Zeit vergeht, schon ist die zweite Woche im Projekt 52 rum, das 3. Wochenthema steht schon längst und ich komm eben erst dazu, dass von letzter Woche zu präsentieren.
Aber an und für sich passt das Thema extrem gut zu meiner Woche. Bis Mittwoch hatte ich Urlaub, seit Montag hing ich fast täglich in der Warteschleife der Dell-Hotline, weil mein Notebook momentan nicht so richtig will wie ich!
Und während des ganzen Wartens und Telefonierens und Neuinstallierens verging die Zeit natürlich wie im Flug. Und überall ob im Büro, daheim am Schreibtisch, in der Küche, im Wohnzimmer, wo auch immer, überall wird uns vergegenwärtigt, wie spät es ist, wieviel Zeit wir verplempern oder investieren.
Hatte ich eigentlich erzählt, dass ich mich dieses Jahr auch bei Saris Projekt 52 angemeldet habe? Nicht, na dann sind wir ja direkt schon im 1. Beitrag!
Thema der 1. Woche ist “Meine Stadt”. Eine gute Übung, wenn man in seiner Stadt noch nicht allzulange daheim ist. Dann hat man gleich einen Ansporn, sich diejenige welche mal genauer anzusehen.
Gesagt, getan, ich bin auf den Berg gestiegen und habe auf die Stadt geschaut. Und das im wahrsten Sinne des Wortes.
Vom Killesberger Höhenpark hat man einen wunderbaren Ausblick über die Stadt Stuttgart, vom Aussichtsturm sicherlich noch mehr, aber der war leider aufgrund der Witterung gesperrt.
Deswegen müsst ihr euch mit dem schönsten Stadtteil der Landeshauptstadt Ba-Wü’s zufrieden geben, dem schnuckeligen Bad Cannstatt, dort wo auch wir unser Zuhause gefunden haben.
Bad Cannstatt wurde bereits während der letzten Eiszeit als Lagerstätte der Mammutjäger benutzt, sogar eine keltische Siedlung gab es dort und die Römer fanden es auch so nett, dass sie hier ein Grenzkastell des Neckar-Odenwald-Limes errichteten.
Der Stadtteil kann auf das zweitgrößte Mineralwasser-Vorkommen Europas stolz sein, wir haben den Cannstatter Wasen, den Neckarpark, die Wilhelma und noch viele Sachen mehr.
Das wirklich tolle hieran ist, dass ich das gerade herausgefunden habe, es gibt also noch ne Menge zu erkunden in der doch noch relativ fremden Stadt!